Klimaschutz konkret: Unsere Nußlocher CO2-Bilanz

Thomas Gomminiginger Freitag, 11. September 2020 von Thomas Gomminiginger

Klimaschutz konkret: Unsere Nußlocher CO2-Bilanz

Die Erderwärmung noch in verträglichen Grenzen zu halten, ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Umso wichtiger ist es, dass einhergehende Fakten und Ziele messbar und transparent sind. Was vielen nicht bekannt sein dürfte: Die wichtigsten Klimaschutzindikatoren gibt es nicht nur auf Bundes- oder Länderebene, sondern auch für Landkreise, Städte und Gemeinden. Der Klimaschutzatlas des Rhein-Neckar-Kreises zeigt seit dem Jahr 2010 auch die CO2-Emissions- und Energieverbrauchsdaten für Nußloch! Auf Basis von bundeseinheitlichen Bilanzierungsvorschriften und Berechnungssystematiken wird die in unserer Gemeinde verbrauchte Endenergie gemessen (Territorialprinzip) und in Treibhausgasemissionen umgerechnet.

Wenn man sich die jüngste Zwischenbilanz im Zeitraum von Ende 2010 bis 2017 anschaut, so ist diese durchaus positiv: Die CO2-Emissionen sind um 10 % auf 54.200 Tonnen gesunken und der Energieverbrauch ist um 6 % auf 166.200 MWh zurückgegangen. Beide Werte sind umso erfreulicher, als die Einwohnerzahl in diesen sieben Jahren auf 11.320 angestiegen ist (+ 6 %). Dadurch ist der jährliche Treibhausgasausstoß pro Einwohner*in von etwa 5,5 Tonnen auf 4,8 Tonnen gesunken.

Wenn man sich die Bilanz nach Sektoren anschaut, so stellt man fest, dass in unserer Gemeinde – mit wenig energieintensiver Industrie – die privaten Haushalte den mit Abstand höchsten Anteil beim CO2 (57 %) als auch beim Energieverbrauch (59 %) aufweisen. Danach folgt der Bereich Verkehr & Transport mit 26 % bzw. 27 %. Die anderen drei Sektoren (Industrie, Sonstiges Gewerbe, Kommunale Liegenschaften) spielen damit eine relativ kleine Rolle.  

Die Bilanz nach Energieträgern ist ebenfalls interessant: Während der CO2-Ausstoß von Strom mit – 17 % deutlich zurückgegangen ist (u. a. weniger Verbrauch, ansteigender Ökostromanteil am Strommix), stagnieren die CO2-Emissionen bei den fossilen Energieträgern Erdgas, Heizöl und den Kraftstoffen. Das ist ernüchternd! Beim Verkehr haben der CO2-Ausstoß und der Energieverbrauch sogar zugenommen. Kein Wunder: In Nußloch sind 7.700 Kraftfahrzeuge zugelassen. Die Fahrzeugdichte liegt mit 602 pro 1.000 Einwohner über dem Bundesdurchschnitt (569). Die verkehrsbedingten Emissionen sind daher – wie auch auf Bundesebene – ein Problemsektor.

Halten wir fest: Die bis 2017 erreichte Reduzierung der Treibhausgasemissionen mit durchschnittlich - 1,4 % pro Jahr ist ein lobenswertes Zwischenergebnis. Gemessen an den internationalen und nationalen Klimazielen bis 2030 und auch an den Zielen des jüngst beschlossenen Nußlocher Klimaschutzprogramms (Basis: 2015, Reduktion: > – 50 % bis 2035) sind die Reduktionsraten jedoch noch deutlich zu niedrig. Dazu muss insbesondere unser Wärmebedarf als auch unser Strom- und Treibstoffverbrauch signifikant zurückgehen. Wir sind daher angehalten, mit emissionssenkenden Entscheidungen und konkretem Handeln einen aktiven Beitrag zu leisten.

Das ist alles möglich und machbar! Wie? Das Klimaschutzprogramm geht diese Einflussfaktoren systematisch an. Hinzu kommen die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, welche den Klimaschutz vorantreiben und Rückenwind geben: Stetig ansteigende CO2-Preise für Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe, einhergehende Strompreisvergünstigungen, ein Strommix mit weiter ansteigendem Grünstromanteil, Energieeinsparungsverordnungen für den Neubau und Bestandsmodernisierungen mit attraktiven Förderprogrammen, weiter abnehmende CO2-Flottengrenzwerte für Autohersteller, zunehmende E-Mobilität, mehr Radverkehr, mehr Videokonferenzen statt Geschäftsreisen, der Trend zum tageweisen Homeoffice, steigendes Umweltbewusstsein, die Fridays-for-Future-Jugendbewegung und vieles mehr.

Sie sehen – mit dem lokalen Klimaschutzprogramm in Nußloch werden wir Teil eines großen Transformationsprozesses hin zu einer kohlenstoffarmen, umweltfreundlicheren Wirtschafts- und Lebensweise.

Nußloch – bei uns ist Zukunft zuhause!

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay

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